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  • Stefan Bergmann

Was macht einen Coach aus?

Eine Freundin fragte mich kürzlich nach den Kriterien für einen "guten Coach"...


Also möchte ich heute mal der Frage nachgehen, woran man eigentlich einen lösungsfokussierten Berater oder Coach überhaupt erkennt. Ohnehin ist bekannt, dass die Bezeichnung "Coach" inflationär verwendet wird und weder geschützt, noch an bestimmte Kriterien gebunden ist.


Coaching ist in der Wirtschaft eine beliebte Maßnahme für Weiterbildung und Persönlichkeitsentwicklung. Das mag auch daran liegen, dass sich die Coachingszene mehr und mehr professionalisiert, auch wenn ich immer wieder auf Coaches treffe, die noch daran arbeiten.

Die steigende Nachfrage an Coachings mag auch daran liegen, dass Persönlichkeitsentwicklung, und Glücklichsein im wirtschaftlichen Umfeld zunehmend wichtiger werden. Wesentlich beim Coaching ist die nicht zu enge oder intensive Beziehung zwischen Coach und Klient und ein klares Anliegen sowie ein definiertes Ende, also eine Antwort auf die Frage: "Wann ist unser Coaching für Sie genug? Wenn wir das Ende unseres Coachings erreicht haben, was ist dann für Sie anders? Wo stehen Sie dann?"


Ein weitere wichtiger Punkt neben der Zielklärung ist die Transparenz über Methoden und Prozesse. Beim Coaching dreht sich alles um den Klienten. Am Ende kann aber nur der Klient beurteilen, ob ein Coaching für ihn wirklich wirksam war. Somit lässt sich Qualität und Wirksamkeit von außen nur bedingt beurteilen.


Aber dennoch gibt es bestimmte Kernkriterien, an denen Sie einen "guten Coach" erkennen können. Beim Coaching geht es nicht um ein magisches Ritual, sondern ganz einfach um ein wertschätzendes Gespräch ohne Ratschläge. Habe Sie einen Freund oder Freundin, welcher/welche zuhört ohne Sie beraten zu wollen, ziehen Sie diesen/diese bei nicht einschneidenden Themen ruhig einem Coach vor.


Einen solchen Menschen im Umfeld zu haben ist sehr wertvoll. Denn die meisten Menschen hören nicht zu, sondern sind ständig bestrebt, etwas zu erzählen oder etwas zu empfehlen. Wie auch ganz selbstreflektiert dieser Artikel :-)


Solange es sich nicht um Krisen handelt, welche eine gesprächstherapeutische Ausbildung voraussetzt können Sie dies getrost tun. Sobald aber professionelle Intervention notwendig wird und Methodik sowie Erfahrung im Umgang mit schwierigen Situationen sollten Sie einen Coach oder bei psychischen Problemen mit Krankheitswert einen Psychotherapeuten bemühen. Die Aufarbeitung der Kindheit oder einer komplizierten Vergangenheit gehört ebenfalls in die Psychotherapie, gerade wenn dies zur Behandlung einer krankhaften Störung dient.


Er verfügt über bestimmte Kernkompetenzen


Gerade in diesem Bereich habe ich jetzt schon öfter Coaches getroffen, die nicht wirklich professionell unterwegs war. Von magische Aufstellungsarbeiten welche durch Gespräche mit dem verstorbenen Großvater begleitet wurden, Ratschläge, Interpretationen und haarsträubende Hypothesen, war schon vieles dabei.


Diese fehlende Professionalität hilft dem Klienten aber nicht wirklich weiter und führt am Ende dann zu schlechter Publicity für die ganze Branche. Gleiches gilt auch für all die "Chakka-Coaches" in Private-TV und YouTube. Damit Sie Ihren eigenen Coach besser beurteilen können, habe ich mal ein paar Fragen zusammengetragen:

  • Hört mir mein Coach gut zu?

  • Ist mein Coach sympathisch?

  • Wirkt mein Coach beständig, einfallsreich und teilnehmend?

  • Holt mein Coach mich persönlich ab?

  • Stehe ich im Mittelpunkt?

  • Stellt mein Coach mir wirkungsvolle Fragen?

  • Geht mein Coach auf wichtige Aspekte näher ein?

  • Wirkt mein Coach vertrauensvoll und wertschätzend?

  • Ist mein Coach authentisch?

  • Verfügt mein Coach über praktische Erfahrung?

  • Arbeitet mein Coach ziel- und lösungsorientiert?

  • Verfügt mein Coach über Lebens- und Selbsterfahrung?

  • Vermittelt mein Coach Verfahrens- und Methodenkompetenzen?

  • Schafft mein Coach eine Atmosphäre von Wohlwollen?

  • Verzichtet mein Coach auf Ratschläge, Deutungen und Belehrungen?

  • Arbeitet mein Coach mit mir auf Augenhöhe?

  • Spricht mein Coach verständlich, klar und direkt?

  • Weiß ich, wann das Coaching für mich erfolgreich ist?

  • Gibt mein Coach mir Zuversicht mein Anliegen selbst lösen zu können?

  • Bildet mein Coach sich ständig weiter?

  • Ist mein Coach in einem Verband organisiert?

Zusätzlich möchte ich Ihnen noch 3, für mich ganz entscheidende Kriterien mit auf den Weg geben, an denen Sie erkennen, ob Ihr Coach lösungsorientiert unterwegs ist:


Ist Ihr Coach auf Ihre Zukunft fokussiert?


Bei den meisten Menschen kreisen die Gedanken ständig um das eine große Problem. Sie stecken dann emotional fest und fühlen sich "nur noch deprimiert und gelähmt" bis das gesamte Leben nur noch aus Problem besteht.

Für einen lösungsfokussierten Berater sind Probleme etwas völlig normales, dem mit Respekt zu begegnen ist. Probleme sind Herausforderungen und ein Anzeigen für eine ständige Veränderung der Lebensbedingungen und Lebensziele. Sie sind als Impuls für persönliche Entwicklung und Wachstum zu sehen, weil sie uns zeigen, dass wir etwas verändern müssen, um wieder im Lot zu sein.


Ein lösungsfokussierten Berater lädt den Klienten somit ein, sich nach möglichen Lösungen umzusehen. Also Lösungen für die derzeitige Lebenssituation und Antworten auf die Frage zu finden: "Wie würde Ihr Leben ohne das Problem aussehen, was brauchen Sie dazu und was können Sie dazu beitragen?"


Erweitert Ihr Coach Ihre Handlungsoptionen?


Ein lösungsfokussierter Berater erweitert Ihren Denkrahmen. In der Regel sind Klienten darauf fokussiert, was gerade in Ihrem Leben nicht so gut läuft. Ein Coach durchbricht dieses Denken und ersetzt es durch ein Denken an die derzeit nicht gelebten Möglichkeiten.


Situationen lassen sich immer aus mehreren Perspektiven betrachten. Das eröffnet dann neue Verhaltensmöglichkeiten und lässt Neues ausprobieren. Ein Coach schärft also Ihr Bewusstsein über Ihre Möglichkeiten und Ihre Bewusstheit, dass Sie all das meistern werden.


Zeigt Ihr Coach Ihnen Ressourcen auf?


Ein lösungsfokussierter Berater vertraut ausschließlich auf die Fähigkeiten des Klienten. Den letztlich hat er es bisher geschafft irgendwie durchs Leben zu kommen. Daher stellt sich die Frage: "Was haben Sie bisher schon unternommen, um dem Problem zu begegnen?" Irgendwas muss ja funktioniert haben. Andernfalls hätte der Klient es gar nicht zu seinem Coach geschafft.


Irgendetwas gibt dem Klienten also bereits Halt und Kraft um sich nicht schon längst selbst aufgegeben zu haben. Darum geht es. Diese Ressourcen beim Gespräch mit dem Klienten zu finden und dem Klienten zu zeigen, dass er den Motor aber auch die Bremse in seinem Leben steuern darf. Diese Ressourcen aufzuzeigen, ist eines der Kernelemente beim Coaching und schafft für den Coach und Klienten oftmals sehr emotionale Momente.


Auch wenn das nur ein kleiner Einblick in die Beurteilung von Coaches sein kann, stellt es aus meiner Sicht die westlichen Kriterien eines lösungsfokussierten Beraters oder Coachs heraus.

Mehr möchte dieser Artikel auch gar nicht. Er soll nur als kleine Hilfe dienen, etwas genauer zu differenzieren, ob Ihr Coach ein Coach im Sinne der Lösungsfokussierung ist.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und mögen Sie all Ihre Ziele mit oder ohne Coach erreichen. Alles, was Sie dazu benötigen, schlummert ohnehin bereits in Ihnen. Sind Sie doch mal mutig und wecken Sie Ihre Ressourcen auf! Sie werden überrascht sein, zu was Sie allem fähig sind.


Glauben Sie an sich. Ich tue es jedenfalls.


Herzlichste Grüße aus Nürnberg/Lindelburg

- Stefan


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